… war niemalen ein sondersam frölich kindt
Blasius von Manstedten
1669-1751
Der Entdeckte
Was die Bearbeitung der unüberschaubaren Hinterlassenschaft unseres Helden so schwierig gestaltete und immer noch gestaltet, ist die völlig unsystematische, um nicht zu sagen: chaotische Produktion. Blasius von Manstedten, den wir mit aller Berechtigung als »penetrant aktiv« werden bezeichnen müssen, hat alle Schreibmaterialien, derer er habhaft werden konnte, tatsächlich be=schrieben und zwar gelegentlich paginiert, nie aber zu echten Bänden zusammengefaßt. Dafür sorgte mehr schlecht als recht sein Halbbruder Christoph (»Stoffel«), der allem Anscheine nach mit hingebungsvoller Zuneigung an dem Herrn des Hauses und Gutes gehangen haben muß. Ihm wird im Kontext ein eigenes Kapitel zu widmen sein, wie überhaupt alle herausragenden Figuren, wofern wir ihrer nur irgend habhaft werden konnten oder können, in einem separaten Register vorgestellt werden sollen.
Fürs erste sei gesagt, daß wir auch nach jahrelanger Müh & Plage – nach einiger Weile verfällt man seinem Jargon – noch immer nicht im Entferntesten alle selbstbiographischen Notizen haben auffinden können, die es nach dem, was wir bisher haben dieser Rubrik haben zuordnen können, gegen haben muß. Unter welchen Papieren sich die fehlenden Steinchen verbergen, die eine einigermaßen geschlossene Lebensgeschichte (»von ihme selbsten«) bieten könnte, das weiß im Moment noch niemand zu sagen. Was wir indes gefunden haben, ist in der, für Blasius typischen Mischung aus unfreiwilliger Komik, anrührender Unbeholfenheit und unverkennbarem Sendungsbewußtsein von einem solchen Unterhaltungs- und Belehrungswert, daß wir uns entschlossen haben, den drei Kategorien (Kindheit und Jugend, Reifezeit und Alter) die zur Zeit vorliegenden Ergebnisse zuzuordnen und auf diese Weise die ersten Schritte zu tun, mit denen der lange Marsch beginnt.

Sie reithen dahin mit Wüthen und Toben
Den HErrn derhalben wollen loben

