Buttstettens Trostgesang
Dir / dem wackren Hort der heiligen Thöne /
Springe ich mit starcken Worthen bey /
Daß der Unhold / eh er Dich verhöhne /
In Marck und Bein durch unns entlarvet sey.
Du bist das Bollwerck wider Sathans Ränke /
Der Held / der ohne Furcht zu Felde zieht /
In Harnisch / Helm den Morgenstern nun schwenke
Bis daß der Spötter übers Meer hin flieht
Unnd Obdach findet unter denen Wilden /
Die unns der Münster grausig dargetan /
Da soll er seyne neue Thonkunst bilden /
Sich unerschröcklich weihen seinem Wahn /
Daß dorten/ wo bisher nur wüstes Schreyen /
Nur gröbste Täntz / Gehupff / unnd Trommeley
Der Tugend Maß und wahre Schönheit seyen /
Der galantomme eyn Offenbahrer sey.
Wo dann am End die letzte Modethoren /
Dem Teüffel huld’gen in der Hellen Schlundt /
Da öffnest Du den Frommen ihre Ohren
Unnd machst die Werlt mit ut mi sol gesundt /
Eyn über alle Mußen im Parnaße
Erhobner und erhabner Geist bist Du /
Du lenkest uns zurück zur rechten Straße /
Du schleußest unns der Hellen Pforten zu
Daß unserm Psalm am Tage vom Gericht
Es nicht an reinster Harmonie gebricht.

