
Loblied auffs Regal
Vom Clavi=Organo der Thon
Bringt dem Traktanden hellichten Lohn:
Inmaßen das / was drin verknüpffet /
Alsgleich ins Lasterhaffte schlüpffet /
Hermaphroditisch ist der Leib
Nicht göttlich / sondern Mann und Weib
In eins gethan sündhafft verquer:
Da wird der gläubichte Lobpreiß schwer:
Dann zirpen und pfeifen aus einem Gehaus
Ist dem HErrn gewiß ein Graus –
Das Donnerwort verlieret sein’ Krafft /
Weilln unterm Gezupffe der Machtspruch erschlafft /
Daß der Gemeine / wo heilig erschauert /
In der Musique der Teüffel lauert.
Wie lob ich mir da nicht mein Regaal
Daheim in unsern frommen Mauern:
Nichts andres läßt uns im Jammerthal
So tieff unsre Frevel bedauern /
Unnd weist uns mit sei’m scharffen Klang /
Daß Sünder wir ein Leben lang.


