
Maria Magdalena Abesser (1671- ?), die Tochter des Geistlichen Sebastian Abesser jr. (1625-1686) und Enkelin des gleichnamigen Theologen, der von 1620 bis zu seinem Tode 1638 als Superintendent von Suhl tätig war. Sie ist es auch, die unser kleines Konterfei aus dem Medaillon darstellt, das wir in Blasii Nachlaß fanden – ein kleines silbernes Schmuckstück, das die junge Abesserin dem zwei Jahre älteren Verehrer womöglich zur Verlobung geschenkt hat.
Warum eine eheliche Verbindung nicht zu Stande kam, konnten wir bis heute nicht ermitteln; wir haben allerdings die Gewißheit, daß Maria Magdalena 1691 bei den Privataufführungen des Schäferspiels Friedrich unnd Gerlinde in der weiblichen Hauptrolle glänzte. Dieses Faktum erhellt aus den »Mercklichkeythen«, wo Christoph (Stoffel) unter dem 12. August d.J. mit seiner typisch unbeholfenen Handschrift notiert: »Die Apeßrin thät wunderlich [er meint: wunderbar] mit deme Blasio spilln, wo mir nachwärts den Karuß [NB: Garaus] gemacht, da mich inn Weiher schäuchete.« Mehr zu dieser denkwürdigen Inszenierung in dem Kapitel über Friedrich und Gerlinde.
Die Trennung muß sich recht abrupt vollzogen haben, war aber von einem flammenden Poem begleitet – mit der Folge, daß die junge Frau wie von Geisterhand aus dem Leben des künftigen Herrn von Manstedten verschwand.

